Pflege-Tipps

 

Februar 2013 Wie ist die Gefühlslage?

Kann der Pflegebedürftige sich nicht mehr mitteilen, lässt das Beobachten der Stimmung Rückschlüsse auf das seelische Befinden zu.

Schwere Erkrankungen werden oftmals von dem Gefühl der Minderwertigkeit und Verzweiflung oder gar einer Depression begleitet. Das Seelentief kann sich erst in körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit oder mangelndem Appetit bemerkbar machen. Deutlich wird es, wenn klare Anzeichen hinzukommen: Tiefe Traurigkeit, zunehmende Zurückgezogenheit, fehlenderAntrieb, kein Selbstwertgefühl. Werden Sie hellhörig, wenn Ihr Angehöriger sagt, es habe alles keinen Sinn mehr. Sprechen Sie mit ihm über seine Verzweiflung. Schon ein Gespräch kann Geborgenheit vermitteln und befreiend wirken.

Bei Menschen mit Demenz gehören Stimmungs-schwankungen zum Krankheitsbild. Weil sie Unwohlseinnicht mehr genau lokalisieren und beschrieben können, sollte aber auch an andere Ursachen gedacht werden: Vielleicht leidet der Betreute an Schmerzen, vielleicht hört oder sieht er nicht mehr gut. Versuchen Sie auch herauszufinden, welche Gelegenheiten zu Aggressivität oder Depressionen führen.

Auch eine Parkinsonerkrankung wird oft von Veränderungen der Psyche begleitet. Gelegentlich setzen diese sogar vor den motorischen Störungen ein. Besonders häufig kommt es zu Angststörungen und Depressionen. Diese können nicht nur eine seelische Reaktion auf die Folgen der Krankheit sein, sondern auch direkt durch den gestörten Haushalt der Botenstoffe im Gehirn zustande kommen. Je nach Ursache ist eine andere Behandlung erforderlich.

Teilt sich der Pflegebedürftige nicht mehr mit oder wird immer mutloser, suchen Sie sich Hilfe: Bei anderen Familienangehörigen oder Freunden, der Gemeinde, Beratungsstellen, in Selbsthilfegruppen oder Gesprächskreise.

Hier sind einige Anregungen, wie Sie Stimmung und Antrieb verbessern können:
  • Strukturieren Sie den Tag.
  • Achten Sie darauf, dass der Pflegebedürftige sich äußerlich nicht vernachlässigt.
  • Bewegung und Licht, vor allem Sonnenlicht, machen gute Laune.
  • Laden Sie öfters Verwandte und Freunde ein.
  • Bieten Sie „geistiges" Futter an: Gespräche, Zeitungen, Rätsel, Spiele.
  • Achten Sie auf eine ansprechende Umgebung
  • Sprechen Sie über geistliche Themen. Eine
      religiöse Einstellung kann das Selbstvertrauen
      stärken, Trost spenden und Sinn stiften.(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 02/2013)
Februar 2013 Demenz-Rechtzeitig vorbereiten

Ein Zahnarztbesuch löst bei Demenzkranken große Verwirrungaus. Sie verstehen nicht, warum die Behandlung notwendig ist. Frau Böhme ahnte, dass etwas nicht stimmte. Ihr Mann aß schlecht und immer häufiger hatte er auch diesen seltsam bedrückten Gesichtsausdruck. Schließlich verweigerte er sogar das Zähneputzen und presste den Mund zu, als sie hineinschauen wollte. Doch Herr Böhme konnte nicht sagen, was ihn quälte. Er leidet an Demenz.

Termin ankündigen
Demenzerkrankte haben ein verändertes Körpergefühl. Sie Verlieren die Fähigkeit, Schmerzen eindeutig zu beschreiben und einer Körperstelle zuzuordnen. Schmerzen nehmen sie oft erst wahr, wenn sie schon heftig sind. Es ist deshalb die Aufgabe  , auf indirekte Hinweise zu achten. Deutet alles auf Zahnprobleme hin (siehe unten), ist eine Behandlung unumgänglich. Mittlerweile gibt es Zahnärzte, die sich auf die Behandlung von Pflegebedürftigen spezialisiert und Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken haben.

Frau Böhme verabredete einen Termin in einer Zahnarztpraxis,die ihr der Pflegedienst empfohlen hatte. Immer wieder sprach sie mit ihrem Mann über den bevorstehenden Besuch. Kleine Zettel in der Wohnung erinnerten an das Datum. So konnte sich Herr Böhme allmählich mit dem Vorhaben anfreunden. Als schließlich der Tag der Behandlung gekommen war, stieg er willig in das Auto seines Sohnes.

Der richtige Umgang
Alle Mitarbeiter der Zahnarztpraxis verhielten sich freundlich und entgegenkommend. Böhmes wurden gleich ins Behandlungszimmer gebeten. Hier gab der Arzt seine Anweisungen in kleinen Schritten. Geduldig wiederholte er alles langsam und deutlich. Dabei sprach er seinen Patienten stets mit Namen an. Als dieser seinen Mund öffnen sollte, machte er es selbst vor. Frau Böhme blieb stets in Sichtweite ihres Mannes und hielt seine Hand. So fasste der Kranke Vertrauen und konnte schließlich untersucht werden.

Bei demenzkranken Patienten gestaltet sich eine aufwendige Behandlung ebenso schwierig wie die Akzeptanz eines neuen Zahnersatzes. Wer sich im normalen Alltag weniger zurechtfindet, wird sich nur schlecht an ein neues Gebiss gewöhnen können. Für bettlägerige und immobile Menschen kommen manche Zahnärzte auch nach Hause. Sie führen die Behandlung im heimischen Wohnzimmer mit einer mobilen zahnärztlichen Einheit durch.

Herr Böhme hatte Glück. Zwei Zähne waren krank, die jedoch unter leichter Betäubung an Ort und Stelle repariert wurden. Jetzt kann er wieder schmerzfrei zubeißen und mit Appetit essen. Er hat längst vergessen, dass es einmal anders war.

Dahinter können Zahnschmerzen stecken
  • Essen wird abgelehnt
  • Gewichtsverlust
  • Vermeiden von Kauen
  • besorgter oder ängstlicher Gesichtsausdruck
  • vermehrter Bewegungsdrang
  • Schaukelbewegungen im Sitzen
  • Ablehnen der Mundhygiene
  • Mundgeruch, Jammern, Stöhnen
(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 02/2013)    Dr. I. Wendler-Hülse
Januar 2013 Demenz- Den Wanderer verstehen

Es kommt häufig vor, dass Demenzkranke scheinbar grund- und ziellos umherlaufen. Tatsächlich kann ihr Bewegungsdrang aber handfeste Ursachen haben.

Umherwandern ist ein typisches Symptom für eine Demenzerkrankung. Laut einer amerikanischen Studie tritt es bei rund der Hälfte aller Kranken auf. Für pflegende Angehörige ist dieses Verhalten problematisch,weil sie immer Angst haben, dass ihr Schützling auf die Straße gelangt. Außerdem besteht die Gefahr, dass er sich durch das ständige Gehen körperlich überanstrengt oder irgendwo auf seinem Weg stürzt. Für den „Wanderer" selbst ist sein Verhalten jedoch durchaus zielgerichtet.

Demenzkranke leben in einer inneren Welt, in der sie beispielsweise jung und berufstätig sind. Sie marschieren infolge dessen los,weil sie zur Arbeit oder das Kind von der Schule abholen müssen, wie sie das auch früher getan haben. Menschen, die früher körperlich gearbeitet haben oder anderweitig körperlich aktiv waren, werden allein schon aus alter Gewohnheit die Bewegung suchen. Der Bewegungsdrang kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass sich der Pflegebedürftige in seiner Umgebung unbehaglich fühlt, sei es, weil zu viel Unruhe herrscht, es ihm zu laut oder zu hell ist oder er nach seinem Empfinden nicht genug Zuwendung erfährt. Orientierungslosigkeit kann ebenfalls ein Grund für das Umhergehen sein, der Demenzkranke sucht vielleicht einfach die Toilette, den Kühlschrank oder seinen Regenschirm.

Weitere Gründer für den Bewegungsdrang sind: 
  • Langeweile oder Angst
  • Nervosität, die aufgrund der demenzbedingten Veränderungen im Gehirn entsteht
  • Wunsch nach Kontakt
  • körperliches Unbehagen, etwa frieren, schwitzen, enge Kleidungsstücke, volle Blase, Durst, Hunger
  • Schmerzen oder Unwohlsein
Lässt sich die Ursache nicht ergründen, können Angehörigeversuchen, den „Wanderer" abzulenken, etwa indem sie sich mit ihm hinsetzen, ihm eine Tasse Kakao anbieten und Ruhe vermitteln. Eine leichte Aufgabe wie Kartoffelschälen beruhigt ihn ebenfalls. Zieht es ihn nach draußen, kann ein gemeinsamer Spaziergang seiner Bewegungslust ein Ventil geben. Da das Umherlaufen viel Energie kostet, ist es wichtig, Zwischenmahlzeiten in Form von Käsewürfeln, Schokolade, Vollmilch-Shakes und dergleichen bereitzustellen. Einen positiven Effekt hat das Umherwandern übrigens auch: Es hält fit.           

Gehen Sie jedoch auf Nummer sicher
 
  • Dem Kranken immer einen Zettel mit Namen und Adresse in die Tasche stecken.
  • Den Nachbarn Bescheid geben.
  • Stolperfallen in der Wohnung entfernen und für helles, weiches Licht sorgen.
  • Die Funktion der Zimmer klar voneinander abgrenzen, beispielsweise nur im     Schlafzimmer hinlegen, nur im Wohnzimmer fernsehen, Essbares nur in die     Küche stellen.
  • Die Eingangstür mit einem Vorhang verdecken und darauf achten, dass sie nachts     verschlossen ist.
(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 01/2013)       Hildegard Tischer
April 2012 Wundliegen vorbeugen

Druckgeschwüre kann man vermeiden. Regelmäßige Lagerungswechsel, Bewegung und spezielle Matratzen nehmen den Druck von gefährdeten Hautstellen.

Ein gesunder Mensch ist immer in Bewegung, auch wenn erscheinbar ruhig sitzt oder im Bett liegt. Sobald es irgendwo unangenehm drückt, verändert er seine Position und entlastet die Stelle automatisch — auch im Schlaf. „Bei eingeschränkter Bewegung, Empfindungsstörungen oder fortgeschrittener Demenz funktionieren diese Bewegungs-muster, nicht. Davon Betroffene liegen lange auf denselben Körperstellen", sagt Dekubitus-Experte Gerhard Schröder, Lehrer für Pflegeberufe und Leiter der Akademie für Wundversorgung. „Durch den Druck können die feinen Blutgefäße das Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Erfolgt keine Entlastung kommt es zu einer Übersäuerung des Gewebes und zu Schädigungen. Daraus kann eine schlecht heilende, tiefe Wunde — ein Druckgeschwür oder Dekubitus - entstehen" Doch nicht jede Wunde ist ein Dekubitus. „In derPflege findet man oft auch oberflächliche Wunden, die durch die Einwirkung von Feuchtigkeit entstehen. Solche Stellen treten im Gesäßbereich und in Hautfalten auf, wo Urin oder Schweiß die Haut aufgeweicht hat. Der Fachmann nennt dies "Mazeration"

Das A und 0: Umlagern
Ein Druckgeschwür kann sehr schmerzhaft sein und führt häufig zu Komplikationen. Die Heilung ist ein langwieriger Prozess, der operative Eingriffe erforderlich machen kann. Vorbeugen ist daher das Zauberwort. Wenn ein Mensch allein seine Position nicht verändern oder die Druck-belastung nicht spüren kann, ist das regelmäßige Umlagern die wichtigste Maßnahme. Gefährdete Menschen werden nach einem individuellen Plan von der rechten auf die linke Körperseite oder auf den Rücken gedreht. Am besten sollten sich Angehörige von professionellen Pflegekräften erprobte Lagerungstechniken zeigen lassen.

Um heraus zu finden, wie lange eine bestimmte Liegeposition toleriert wird, muss die Haut beobachtet werden. „Mitunter kann sich ein Druckgeschwür dramatisch schnell entwickeln, beispielsweise, wenn jemand eine Grippe bekommt oder an Durchfall leidet", erklärt Gerhard Schröder Eine dekubitusgefährdete Stelle unterscheidet sich vom umliegenden Gewebe. Sie ist schmerzempfindlich, härter oder weicher als die Umgebung. Ein Alarmzeichen ist immer eine Rötung, die sich nicht wegdrücken lässt. Der Experte empfiehlt:„Entlasten Sie verdächtige Partien sofort und informieren Sie den Arzt oder die Pflegefachkraft. Manche Menschen geben aus Scham beginnende Zeichen nicht weiter. Sie denken, dass sie es selbst wieder hinbekommen. Das ist jedoch falsch!"

Eine gute Ergänzung zum Umlagern ist die Mikrolagerung (siehe unten). Diese Technik ist schonend und kann auch von Laien rasch gelernt werden. Sie kann allerdings das komplette Umlagern nicht ersetzen, denn eine Entlastung von größeren Körperbereichen wird dabei nicht erreicht.

Gut bewegt

Neben den Lagerungswechseln gehört Bewegung in den Tagesablauf. „Wenn möglich, sollte der Pflegebedürftige mehrmals am Tag ein paar Schritte gehen, leichte Übungen machen oder sich zumindest an die Bettkante setzen. Aber: Sitzen allein ist keine Bewegung, warnt Schröder und ergänzt: Denn im Sitzen ist der Druck auf die Gesäßregion um ein Vielfaches höher als im Liegen" Deshalb sollte man dem Pflegebedürftigen einen gut gepolsterten Stuhl anbieten und ihn nicht länger als zwei Stunden sitzenlassen.

Aus neueren Untersuchungen wissen wir, dass bei der Entstehung eines Druckgeschwürs nicht die Dauer der Druckeinwirkung entscheidend, sondern dass die Stärke des Druckes zumindest gleichberechtigt ist; berichtet Schröder Deshalb haben die Experten ihre Empfehlungen für Pflegefachkräfte verändert. Sie raten dazu, gefährdete Patienten rechtzeitiger weich zu lagern. Dies sei mit einer Anti-Dekubitusmatratze oder speziellen Kissen beim Sitzen möglich. Auch gute Hautpflege sei wichtig bei älteren Menschen, doch sie habe heute nicht mehr den Stellenwert. „Eine vorgeschädigte Haut ist zwar ein Risikofaktor, aber niemals die Ursache eines Dekubitus. Selbstverständlich sollte auch eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, Eiweiß und ausreichender Flüssigkeitszufuhr sein, so der Fachmann.

So funktioniert der Fingertest
Lassen Sie sich den Pflegebedürftigen zur Seite drehen oder vom Stuhl aufstehen. Wenn Sie Rötungen an Stellen feststellen, auf denen dasGewicht lastet, drücken Sie mit dem Finger darauf. Erscheinen sie nach dem Loslassen für einen kurzen Moment weiß, besteht kein Anlass zur Sorge. Kann man die Rötung nicht wegdrücken, handelt es sich um einen beginnenden Dekubitus.  

Dekubitusgefährdete Stellen
Sitzen
• Kreuzbein• Steißbein• Ferse
Seitenlage• Stirn• Oberschenkelkopf• Ohrmuschel• Knie• Schultern• Knöchel• Hüfte• Ferse
Rückenlage
• Hinterkopf• Gesäß• Schultern• Ferse• Steißregion• Ellenbogen

Mikrolagerung
Schon kleinste Liegeveränderungen bewirken viel. Bei der sogenannten Mikrolagerung wird der Körper im Uhrzeigersinn entlastet. Benutzt wird ein dünnes Kissen oder ein gefaltetes beziehungsweise ein gerolltes Handtuch:
• Zunächst den Hinterkopf höher lagern.
• Danach kommt die Unterlage unter die linke Schulur.
• Es folgen linke Hüfte, linkes Knie, linke Ferse, rechte Ferse und so weiter bis zum Hinterkopf.
(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 04/2012)
    Dr. I. Wendler-Hülse
April 2012 "Mir schmeckt`s heuten nicht"Lustlos im Fssen herumstochern und kaum einenBissen runterkriegen — das ist bei vielen Pflegebedürftigen ein Dauerzustand, den man ernst nehmen muss.

Willy Keller schiebt den Teller zur Seite. Drei Bissen hat er zu sich genommen, bevor er wieder teilnahmslos vor sich hin starrt. Hilde, seine Frau, nimmt den Teller mit den angetrockneten Soßen resten vom Tisch. „Jeden Mittag dasselbe Drama", - denkt sie sich.

Ursachen finden


Appetitlosigkeit ist ein häufiges Problem bei Pflegebedürftigkeit und führt nicht selten zu Mangel-erscheinungen. Grundsätzlich sollte in einem solchen Fall der Arzt mit einbezogen werden. Kann er eine organische Ursache ausschließen, muss es andere Gründe für den Appetitmangel geben, wie etwa Medikamente. Viele davon beeinträchtigen Geruchs- und Geschmackssinn. Manche trocknen sogar den Mund aus.

Häufig sind auch schlecht sitzende Zahnprothesen- der Grund dafür, dass das Essen nicht mehr schmeckt. Mit jedem Bissen drückt und reibt es am Zahnfleisch oder an der empfindlichen Mundschleimhaut. Deswegen sollte jedoch nicht auf die Prothese verzichtet werden, denn die meisten Menschen fühlen sich besser mit Zähnen — auch dann, wenn es nicht die eigenen sind. Deswegen lieber die Prothese auf den richtigen Sitz überprüfen lassen.

Es kann auch sein, dass die Ernährungsgewohnheiten und Vorlieben des Pflegebedürftigen zu wenig berücksichtigt werden. Deshalb ist es gut, wenn seine Lieblingsgerichte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Diese sollten auch so zubereitet sein, wie es der Pflegebedürftige am liebsten mag und wie er es gewohnt ist.

Ist der Pflegebedürftige bettlägerig, sackt er, beim Versuch zu sitzen, leicht in sich zusammen und der Magen wird abgedrückt. Mit einem Kissen im Rückenbereich fällt das aufrechte Sitzen wieder leichter. Zusätzlich kann man die Füße abstützen, so rutschen sie nicht weg.

Damit es wieder schmeckt
  • Helfen Sie dem Pflegebedürftigen falls nötig bei der Mund-und Prothesenpflege. So erkennen Sie Druckstellen im Zahnfleischbereich, die am Essen hindern könnten, leichter.
  • Gestalten Sie die Mahlzeiten abwechslungsreich und appetitlich.
  • Machen Sie den Teller nicht zu voll, damit der Pflegebedürftige nicht vom Essen abgeschreckt wird.
  • Stellen Sie mundgerechte Portionen — Fingerfood — zusammen.
  • Kleine Zwischenmahlzeiten, wie frisches Obst, spendenviele Vitamine.
  • Wenn der Gepflegte nicht mit der Familie am Tisch sitzen kann, sollte er sein Essen an seinem Lieblingsplatz einnehmen können.
  • Alles, was vom Essen ablenkt, wie zum Beispiel Geräusche oder Gegenstände, sollten entfernt werden.
Zu einsam zum Essen?Viel öfter, als man glaubt, ist Einsamkeit die Ursache für den Appetitmangel. Gemeinsam macht eben alles mehr Spaß — auch das Essen. Pflegebedürftige sollten nicht nur möglichst an den Mahlzeiten mit der Familie teilnehmen; sondern auch, wenn das möglich ist, bei der Vorbereitung miteinbezogen werden. Ob es nun Salat zupfen ist oder Tischdecken — jede noch so kleine Aufgabe gibt nicht nur das Gefühl, dazuzugehören und Selbstständigkeit zu gewinnen, sondern fördert auch die Lust aufs Essen.
(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 04/2012)   Ch. Binkhoff/L. Rieger

August 2011   FLÜ5SIGKETSHAUSHALT

Genug zu trinken ist lebenswichtig. Nicht umsonst besitzt  unser Körper ein fein aufeinander abgestimmtes Überwachungs- und Alarmsystem.  Ein Feuerlöscher hilft, bei einem Brand die Flammen schon  im Keim zu ersticken, bevor sie großen Schaden anrichten. Im Volksmund heißt  auch der Durst "Brand“, den wir mit Wasser, Tee oder Saft löschen  können. Rund 65 Tonnen an flüssigem Löschmittel sorgen im Laufe unseres  Lebens dafür, dass wir großen und kleinen „Bränden" den Garaus machen  und der Körper nicht austrocknet.  Bereits bei wenigen hundert Milliliter an  Flüssigkeitsdefizit meldet sich das Alarmsystem unseres Körpers. Feine Sensoren,  die den Salzanteil im Blut messen, signalisieren den Mangel an das Gehirn.  Dort entsteht dann das Durstgefühl und die Niere scheidet weniger Flüssigkeit  aus, um Wasser zu sparen.  Bei älteren Menschen dauert es oftmals etwas länger, bis  Durst entsteht. Das liegt zum einen am geringeren Wasseranteil ihres Körpers.  Zum anderen, so haben Forscher vor Kurzem herausgefunden, geben Sinneszellen  in Mund, Magen und Rachen im Alter falsche Signale ans Gehirn. Auch wenn man  nur ganz wenig trinkt, verschwindet das Durstgefühl. Für den Körper reicht  aber die Flüssigkeitsmenge nicht aus. Darüber hinaus sorgen häufig auch  psychologische Gründe für den Mangel: die Angst vor dem Aufstehen und dem  Gang zur Toilette in der Nacht.  Recht schnell stellen sich erste Konsequenzen der  verminderten Flüssigkeitszufuhr ein: Wer zu wenig trinkt, rasch müde und  stressanfällig, weil der Kreislauf das Gehirn nicht mehr ausreichend  versorgen kann. Das Blut dickt ein, die Gefahr für Blutgerinnsel wächst. Die  Niere spült giftige Substanzen nicht mehr ausreichend in den Urin und lagert  sie ein. Irgendwann kann dann ein Nierenversagen drohen. Auch die  Gelenkknorpel, die viel Wasser enthalten, sind dringend auf Flüssigkeit  angewiesen. -  Also: Am besten sich nicht auf das Warnzeichen  „Durst" verlassen, sondern morgens einen Trinkplan machen. So etwa  könnte er aussehen:  Frühstück:                  1 Tasse Kaffee oder Tee und  ein Glas Saft oder Milch  Zwischenmahlzeit:    1 Glas Fruchtsaft_ schone oder Gemüsesaft  Mittagessen:              1 Glas Wasser,  1 Teller  Suppe  Nachmittags:              1 große Tasse Tee,  1 Glas  Wasser  Abends:                      1 Tasse Kräutertee  Wer sich so durch den Tag trinkt, kommt auf etwa 1,5 Liter  Flüssigkeit, gut die Hälfte dessen, was der Körper täglich benötigt. Der Rest  ist in unserem Essen enthalten. Auch für den Wasserhaushalt gilt also: Essen  und Trinken gehören zusammen.
                                                                                          Dr. Erich Lederer AOK-Trinkberater
Einen Test zu Ihrem Trinkverhalten mit Analyse von Experten finden Sie unter:www.aok.de-> Gesundheit> Essen und Trinken > Trinken Sie genug?
Sich trink fit machen

Kann ich Kaffee und Tee zum Tagespensum dazurechnen?
Dass Kaffee ein  Flüssigkeitsräuber ist, stimmt nicht. Regelmäßig zwei bis drei Tassen Tee  oder Kaffee tragen dazu bei, einen Mangel an Flüssigkeit zu vermeiden.
   
Kann ich große Mengen „auf Vorrat“ trinken?
Das bringt nicht viel. Wer  mehr als einen halben Liter auf einmal trinkt, scheidet den Überschuss schnell  wieder aus. Besser auf den ganzen Tag verteilen.
(Quelle: AOK-Bleib  gesund-Pflege 04/2011) 
Oktober 2010  Neues Internetportal zur Demenz

Das neu geschaffene Internetportal Wegweiser Demenz des  Bundesfamilienministeriums wurde Mitte September freigeschaltet. Es bietet  unter anderem Informationen zu Therapie- Pflege- und Hilfsangeboten, zu  gesetzlichen Leistungen und den Rechten und Pflichten von Demenzkranken und  ihren Angehörigen. Neben Videomaterial, einem Weblog und verschiedenen  Ratgeberforen bündelt die Datenbank "Hilfe in meiner Nähe" Adressen,  Öffnungszeiten und Ansprechpartner der Anlaufstellen vor Ort, zum Beispiel  von Gesundheitsämtern, Pflegekassen oder Tagespflegeeinrichtungen.  http://www.wegweiser-demenz.de  (Quelle: DBfK-Newsletter Oktober 2010) 
Oktober 2009  Ernährungskonzept bei Demenz

Fingerfood ist eine Möglichkeit, die Ernährungssituation demenziell  erkrankter Menschen zu verbessern. Dies gilt nicht nur für Menschen mit  Demenz, sondern auch für motorisch eingeschränkte Menschen und alle anderen.  Fingerfood-tauglich sind Speisen, die eine geeignete Konsistenz und  Temperatur haben und in ein bis zwei Bissen gegessen werden können.  Fingerfood ist längst salonfähig geworden. Es ist ein Weg zu mehr  Lebensqualität: Der Patient hat, oft nach langer Zeit misslungener Versuche  mit Messer und Gabel Erfolgserlebnisse und es schmeckt ihm. Vorteile bieten  auch die haptischen Sinneserfahrungen, die der Patient durch die  Konsistenz und die Temperatur des Fingerfoods unmittelbar macht.  
  Für demente Patienten, die viel umherwandern und sehr unruhig werden, wenn  sie sich zum Essen setzen, bietet sich „Eat by walking" an. Dies sind  Ess-Inseln auf den Wegen der Dementen, an denen sie sich quasi im Vorbeigehen  versorgen können.  
  Wesentlich ist: Jemand der an Demenz erkrankt ist, realisiert die  Nahrungsaufnahme nicht mehr. Oder ganz anders, als es allgemein als normal  empfunden wird. Der demenziell Erkrankte vergisst einfach zu essen. Oder er  wacht nachts auf und muss schnell etwas zu essen haben. Oder er spielt mit  dem Essen, weil er es nicht als Speise erkennt.  
  Sich mit demenzgerechter Ernährung zu beschäftigen, bedeutet vor allem, sich  über das „Wie" und „Wann" Gedanken zu machen — und nicht nur  ernährungsphysiologische Fragen zu stellen.  
  Erfahrungen der praktischen Umsetzung haben gezeigt:
  
— Das eigene Anspruchsdenken muss neu strukturiert werden. Das  Hauptaugenmerk liegt auf der Speise als solche und nicht auf dem  „Drumherum" (Präsentation).
  — Je einfacher, desto besser — dies gilt auch in Bezug auf Geschirr und  Tischwäsche.
  — Lebensmittel von weicher Konsistenz werden von den Patienten  bevorzugt, ebenso Speisen, die von früher bekannt sind.
  — Spieße und ähnliche Hilfsmittel sind äußerst ungeeignet. Die Handhabung hat  sich hier als schwierig erwiesen — sei es, die Speisen vom Spieß zu nehmen  oder auch dessen Gefährlichkeit einzuschätzen.
  — Es ist wichtig, den Patienten zu kennen, insbesondere wenn keine  Kommunikation mehr möglich ist. Biografisch orientiertes Arbeiten erleichtert  es, das richtige Speisenangebot für den Einzelnen zu finden.
  — Fingerfood muss nicht zwingend aufwendig sein, zum Beispiel ein  geschmiertes, in Würfel geschnittenes Brot oder Apfelspalten.
  — Fingerfood sollte so angerichtet werden, dass man zum Anfassen animiert  wird (nicht in Soße servieren).
  — Besteck kann zusätzlich angeboten werden, da für einige Patienten das  Benutzen von Gabel und Messer immer noch verinnerlicht ist und einfach dazu  gehört.  
  Das Ziel: zum Essen motivieren
  

Fingerfood für demenziell erkrankte Bewohner sollte sich auch wirklich auf  „Finger"-food beschränken, alles andere verwirrt unter Umständen und  wird möglicherweise nicht erkannt.  Alle Sinne, die noch vorhanden sind,  sollen beim Fingerfood angeregt werden. Das Ziel ist, den Patienten  individuell, sowie mit möglichst großer Eigen- und Selbstständigkeit zum  Essen zu motivieren - und das zu allen Mahlzeiten. Die Erfahrungen mit dem  Fingerfood zeigen: Demente Patieten haben keine Scheu beim Fingerfood.  Es wird mit allen Sinnen und großem Genuss gegessen. Durch nonverbale  Äußerungen wird deutlich ersichtlich, dass es schmeckt.  
  Mangelernährung: Vorbeugung ist möglich
  Rund 25 Prozent der Demenz-kranken leiden unter Mangelernährung. Das liegt  sicher nicht daran, dass es für demente Patienten zu wenig zu essen  gibt. Durch eine optimale Gestaltung der Ernährung und der Speisen kann  den Patienten ein wichtiges Stück Lebensqualität erhalten werden. Dazu  gehört natürlich die ausreichende Versorgung mit Energie und den  erforderlichen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien. Die Mahlzeiten sollen  tagesstrukturierend eingesetzt und als Höhepunkte des Tages konzipiert  werden.
  Dabei kommt der Stimulationskraft von Speisen eine große Rolle zu: Eine  appetitliche Präsentation, Geschmack und Gerüche sind wichtig für die  Anregung aller Sinne. Mit Lieblingsessen sowie Speisen aus der Familienzeit  gelingen positive Gefühlsassoziationen. Ebenso wichtig ist der Erhalt von  Kompetenzen: selbstständig essen, zum Beispiel mit Finger-food, Mithilfe bei  der Vorbereitung, Obst schneiden, Tisch decken. Ausreichend Zeit:  Demenzkranke essen langsamer und lassen sich leicht ablenken.  
  Eine demenzgerechte Ernährung bedeutet natürlich Mehraufwand: weniger in den  Kosten als im Arbeitsaufwand. Mangelernährung ist kein Problem von zu wenig,  sondern der Form der Ernährung.   (Quelle in Auszügen aus: Die Schwester Der  Pfleger 48. Jahrg. 10109)  
März 2009  Apoplexie: Musik hilft bei der Rehabilitation

Musik hören hilft und beschleunigt die Rehabilitation von  Schlaganfall-Patienten. Finnische Experten der "Cognitive Brain Research  Unit" an der Universität Helsinki haben rund 60 Patienten nach einem  Schlaganfall untersucht. Wie die "Ärzte Zeitung" berichtet, wurden  die Teilnehmer in drei Therapie-Gruppen eingeteilt: Dieeine Gruppe hörte täglich eine  Stunde Musik, die andere Hörbücher, die dritte gar nichts. Mindestens zwei  Monate mussten diese Empfehlungen eingehalten werden, schreibt  "sprechzimmer.ch". Alle Patienten erhielten eine konventionelle Reha.  Die Patienten, die Musik hörten, machten die besten Fortschritte: Gedächtnis  und Aufmerksamkeit besserten sich am stärksten, auch waren sie weniger  depressiv und verwirrt als andere Teilnehmer, so die "Ärzte  Zeitung". Die Forscher betrachten die Musiktherapie nach Schlaganfällen  als kostengünstige, schmerzfreie Zusatztherapie, aber keinesfalls als  Alternative zur herkömmlichen Reha und plädieren dafür, die Untersuchung im  Rahmen einer größeren Patientengruppe weiter zu erforschen. (Quelle:  Häusliche Pflege)  

   

 

 

 

 


 

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            Georg Burns